Überstellungsfeier der Ortswehr Schrevenborn



"Eine Ära ist zu Ende gegangen"


Heikendorf – Nun ist es amtlich: Die Freiwillige Feuerwehr Schrevenborn wurde am Freitagabend aufgelöst. In einem würdigen Rahmen, vor rund 150 Gästen in Kählers Gasthof in Neuheikendorf, sind die verbliebenen zehn aktiven Feuerwehrmänner und zwei -frauen sowie die Mitglieder der Ehrenabteilung in die beiden anderen Heikendorfer Ortswehren überstellt worden.
"Das ist heute sicher kein Festtag", beschrieb Schrevenborns früherer Wehrführer und Chronist Heinz Potrafki die Stimmung in den Aktivenreihen. Deshalb wollte er auch nicht in einem "Festvortrag", wie in den Einladungen angekündigt, sondern in einer "realistischen Rückschau" auf 72 Jahre Freiwillige Feuerwehr Schrevenborn zurückblicken. Da wurden dann noch einmal Erinnerungen wach an die Zeiten der Ära Norbert Drahovzal, der die Geschicke der Löschtruppe von 1957 bis 1984 bestimmte und nach einem Streit zurücktrat; Erinnerungen an das Jahr 1969 etwa, in dem der umgebaute Schweinestall und die Schmiede des Gutes als Geräte- und Aufenthaltsraum eingeweiht und zugleich ein Tragkraftspritzenfahrzeug in Dienst gestellt wurde.

Klaus Sydow und Eduard Zittlau werden übrigens als diejenigen in die Schrevenborner Wehrchronik eingehen, die kurz vor der Auflösung als letzte Kameraden noch geehrt wurden. Während Sydow das Brandschutzehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktiven Dienst erhielt, wurde Zittlau in die Ehrenabteilung aufgenommen, die geschlossen in die Neuheikendorfer Feuerwehr wechseln wird. Bürgermeister Arnold Jesko überreichte im Anschluss Schrevenborns letztem Ortswehrführer Klaus Ahrens und seinem Stellvertreter Klaus Sydow die Entlassungsurkunden.

Nach 72 Jahren ist für Bürgervorsteher Rolf-Werner Peters "eine Ära zu Ende gegangen". Angesichts der geringen Personalstärke sei der Auflösungsbeschluss ein richtiger Schritt gewesen, betonten Kreiswehrführer Helmut Müller und Heikendorfs Gemeindewehrführer Hugo Schneekloth. Ein Dank ging von Gutsbesitzer Dr. Fred Hagedorn an die Wehr für die langjährige gute Zusammenarbeit. Klaus Ahrens richtete seinen Dank unter anderem auch an die Gemeinde und überreichte Bürgermeister Jesko das Ende der 80er Jahre errungene Silberbeil – damit es im Heikendorfer Rathaus einen würdigen Platz finde zur Erinnerung an die Feuerwehr Schrevenborn. Von Christoph Kuhl


Quelle: Kieler Nachrichten vom 13.11.06



"Wir sind alle ein Stück Schrevenborn"


rb. Wehrführer Klaus Ahrens überstellte am 10. November in Kähler`s Gasthof, Heikendorf, die Freiwillige Feuerwehr Schrevenborn nach 72 Jahren leistungsfähiger Teamarbeit in die Freiwilligen Ortswehren Alt- und Neuheikendorf.
„Es ist ein Tag der Würdigung von 72 erfolgreichen Jahren Schrevenborner Feuerwehr“, betonte Kamerad Heinz Potrafki in seiner Festrede stolz. Die Auflösung der FF Schrevenborn erfolgte aus der Personalnot heraus und um Kosten zu sparen. Ein bisschen Wehmut war bei Heinz Potrafki nicht zu überhören.

Der damalige Pächter des Gutes, Graf von Rehbinder, hatte 1934 den Gedanken, die FF Schrevenborn zu gründen. Er war dann auch der 1. Wehrführer von 1934 bis 1939. Gründungsväter waren zudem Adolf Boldt, Johannes Witt sowie Heinrich und Ferdinand Rose. 1957 wählten 19 Wehrmänner den jungen Verwalter Norbert Drahovzal zum Wehrführer, der sein Amt bis zum 50-jährigen Bestehen der Wehr 1984 ausübte. Ihm folgte Heinz Potrafki bis schließlich Klaus Ahrens 1999 gewählt wurde, der als letzter Wehrführer die FF Schrevenborn bis zur Überstellung führte.

Potrafki dankte auch Dr. Fred Hagedorn als Hausherrn des Gutes, der der FF Schrevenborn stets gut gesonnen war und sie auch finanziell unterstützte. Besonders hob er die Familie Boldt hervor, die weit über 50 Jahre mit dem Vater Adolf Boldt als Mitbegründer der Ortswehr „und den sieben tüchtigen Söhnen eine nicht wegzudenkende Stütze in der Wehr darstellte.“
Der Alarm erfolgte damals, indem Werner Benk auf dem Fahrrad durch den Ort zum Gutshof fuhr und ins Alarmhorn blies. Erst 1965 gab es die Alarmssirene auf dem Dach. Der Geräteraum im alten Schweinestall und später im Schmiedegebäude wurde im Laufe der Jahre entsprechend ausgebaut. „Wir sind alle ein Stück Schrevenborn“, sagte Heinz Potrafki abschließend.

Heikendorfs Bürgermeister Arnold Jesko übergab im Namen der Gemeindevertretung den Damen der FF Schrevenborn einen Blumenstrauß und den Wehrmännern je eine Anerkennung und Dankesurkunde.
Er zeichnete im Namen des Innenministers Stegner Klaus Otto Sydow für 25 Jahre treue Dienste in der Wehr mit dem Feuerwehr Brandschutzehrenkreuz in Silber aus.
Wehrführer Klaus Ahrens und sein Stellvertreter Klaus Sydow wurden von Jesko aus ihrer Pflicht als Ehrenbeamte entlassen.
Klaus Ahrens überstellte zudem Eduard Zittlau aus Altersgründen in die Ehrenabteilung.
Kreiswehführer Helmut Müller, Bürgervorsteher Rolf –Werner Peters, Fred Hagedorn und Gemeindewehrführer Hugo Schneekloth würdigten die Leistungen der Schrevenborner Blauröcke.

Mit einer Festlaudatio verabschiedete Wehrführer Klaus Ahrens sich und seine Männer aus der 72-jährigen Dienstzeit der FF Schrevenborn. Ein Stück Schrevenborn ist zu Ende gegangen.

Quelle: Probsteier Bote vom 16.11.06
(jb)














Fotos: Rudi Behrendt